26. April 2022, 9-15 Uhr | Selbstbehauptungsarbeit mit Jungen.

In Schule, Elternhaus und im öffentlichen Raum sowie auch in unserer Arbeit mit Jungen fallen immer wieder einzelne Jungen durch lautstarkes, raumgreifendes, dominantes und aggressives Verhalten auf. Zudem sind diese Jungen auch fortwährend auch in Konflikte verstrickt.
Andere Jungen hingegen wirken zurückgezogen, sind eher still und unauffällig. Oft sind gerade diese Jungen leider auch Opfer verbaler und tätlicher Gewalt durch ihre Mitschüler und Mitschülerinnen und andere Gleichaltrige.
Beide – die lauten, auffälligen wie auch die stillen, zurückgezogenen Jungen – haben bei genauerem Hinsehen oft wenig Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit. Die einen inszenieren sich, agieren fortwährend und zeigen eine raue Schale, sind jedoch in ihrem Innern sehr unsicher und fragil. Bei den anderen ist der mangelnde Selbstwert oft offensichtlich. Gemeinsam ist beiden Spielarten des Junge-Seins die Verstrickung in Konflikte. Beiden fehlt es oft an alternativen Handlungs- und Verhaltensmöglichkeiten für ihren Alltag und insbesondere auch für konfliktträchtige Situationen. Beide bedürfen einer Stärkung ihrer Identität sowie der Unterstützung bei der Wahrnehmung und Nutzbarmachung ihrer Ressourcen und Potenziale. Die soziale Isolation während der Corona-Pandemie scheint zusätzlich dazu beigetragen zu haben, dass viele Jungen ungeübt im Miteinander und der Konfliktbearbeitung mit Gleichaltrigen und anderen Menschen sind.
Aus jungenarbeiterischer Sicht zeigen sich bei diesen Jungen – so verschieden die Erscheinungsweisen auf den ersten Blick auch zu sein scheinen – Unsicherheiten im Hinblick auf ihr Junge-Sein sowie ein Scheitern an geschlechtsbezogenen Anforderungen und Erwartungen, ihren eigenen ebenso wie auch jenen, die von verschiedenen Seiten an sie gerichtet werden.

Im Rahmen der Veranstaltung sollen grundlegende Inhalte und Methoden aus der Selbstbehauptungsarbeit mit Jungen thematisiert und erprobt werden. Darüber hinaus werden Erfahrungen und Handlungsempfehlungen aus der praktischen Arbeit geteilt und eine theoretische Fundierung für diese Arbeit geleistet (Ziele, Vorgehen, Ansätze, Haltung).

Zielgruppe: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freier und öffentlicher Träger der Jugendhilfe, Lehrkräfte an Thüringer Schulen, pädagogische Fachkräfte

Referenten:
Christian Redies, Jungenarbeiter, Diplom-Pädagoge Fachrichtung Sozialpädagogik, JuMäX Jena e.V. – Verein für geschlechtersensible Sozialarbeit, Fachstelle Mädchen*- und Jungen*arbeit
Boris Nikolaev, Systemischer Berater, M.Sc. Psychologe, Kinder- und Jugendschutzdienst „HAUT-NAH“ Mitmenschen e.V. Erfurt

Teilnehmerzahl: 20
Ort: KuBuS – Zentrum für Kultur, Begegnung und Sport (Theobald-Renner-Straße 1a, 07747 Jena)
Kosten: Tagungspauschale 10 €
Anmeldeschluss: 25. März 2022
Anmeldung über: https://bildung.thueringen.de/jugend/landesjugendamt/fortbildung

Eine Kooperation mit dem Landesjugendamt Thüringen (Fortbildungs-Nr: 2-12/2022)